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Während der Luther-Dekade wird der Reformator Martin Luther zu Recht als historische Lichtgestalt gefeiert, die das Christentum erneuert und die alten, verkrusteten Strukturen von Glaube, Macht und Gehorsam aufgebrochen hat.

Es ist deshalb gerade in dieser Zeit gar nicht so einfach, bei aller Wertschätzung seiner historischen Leistungen, den kritischen Blick auf den Reformator und sein Wirken nicht zu verlieren.

Er lebte in einer abergläubischen und frauenfeindlichen Zeit, in der eine von Männern beherrschste Gesellschaft mit Begriffen wie Hexe und Zauberin jeden anderen als den eigenen patriachalen Umgang mit Welt und Natur als teuflisch und bösartig diskreditierte um unliebsame Konkurrenz loszuwerden.

Luthers Worte, mit denen auch er im Frühjahr 1526 im Sinne dieser Androkratie forderte, "...die weisen Frauen...sollen getötet werden" und "ich will der Erste sein der Feuer an sie legt", veranlasste die KünstlerInnen sich in der Ausstellung "KreuzFeuer" mit diesem Thema zu befassen.
Sie beabsichtigen damit sowohl den Reformator Martin Luther, als auch den Menschen Martin Luther zu betrachten.

Die KünstlerInnen führen, jeder auf seine Weise, dem Betrachter vor Augen, was Neid und Missgunst auslösen und das Folter heute genauso schmerzhaft ist wie damals. Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und Fragen, ob auch heute für den Einzelnen eine Auflehnung gegen die von der Gesellschaft festgeschriebenen Normen zu einem "Scheiterhaufen" werden kann.

Intuitiv haben alle vier Künstler in ihren Arbeiten der Schrift, den Buchstaben einen prominenten Platz eingeräumt und somit den Mann der Worte geehrt, der uns mit seiner Bibelübersetzung eine gemeinsame Sprache hinterlassen hat.

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